Der Energieversorger schenkt das Auto und verdient an seiner Standzeit.
Die Batterie wird fürs Netz dimensioniert, nicht fürs Fahren: nicht 80 kWh wie ein normales E-Auto, sondern 200 bis 300. Das Fahrzeug drumherum ist Zugabe.
Erneuerbarer Strom kommt, wann der Wind weht, nicht wann er gebraucht wird. Stationäre Großspeicher kosten Milliarden und brauchen Grundstücke, Genehmigungen, Jahre. Millionen Autos stehen 23 Stunden am Tag herum — bidirektionales Laden gibt es bereits.
Herstellung eines 200-kWh-Autos: rund 35.000 Euro, davon 20.000 Zellen, 15.000 Rest. Dagegen drei Erträge.
| Ertragsquelle | Annahme | je Jahr |
|---|---|---|
| Arbitrage: billig laden, teuer einspeisen | 200 Zyklen, 5 Cent Marge je kWh | 2.000 € |
| Regelenergie zur Frequenzhaltung | 150 kW über eine Stunde | 1.000 € |
| Vermiedener Netzausbau | je nach Standort | 1.000–3.000 € |
Konservativ 4.000 Euro Einnahmen gegen 4.000 Euro Abschreibung und Betrieb: Break-even. In Engpassgebieten 6.000 bis 7.000, ab da Profit-Center. Beim Halter landet eine Zahl in der App: plus acht Euro am Tag.
Währung: Stunden am Netz, mal Standort, mal Batteriegröße.
| Am Netz | Für den Kunden |
|---|---|
| 22 h | Cashflow |
| 18 h | kostenneutral |
| 14 h | kleine Gebühr, billiger als jedes Leasing |
24 Freitage im Jahr sind eingeplant. Standortabhängig: bei Netzengpass verdient man ab 12 Stunden, im Überschussgebiet braucht man 20 und mehr. Preissignale statt zentraler Steuerung.
Karosserie, Motor, Innenraum kosten immer ähnlich viel. Der Wert steckt in der Batterie.
| Batterie | Reichweite | Zellgewicht | Einnahmen je Jahr |
|---|---|---|---|
| 150 kWh | 680 km | 825 kg | 2.300 € |
| 200 kWh | 900 km | 1.100 kg | 3.000 € |
| 300 kWh | 1.350 km | 1.650 kg | bis 5.000 € |
150 kWh funktioniert, 200 kWh ist der Sweet Spot, 300 kWh maximal profitabel — aber hart an der 3,5-t-Grenze für den normalen Führerschein. Der Ertrag steigt überproportional: 300 kWh liefern bei 150 kW zwei volle Stunden Regelenergie, doppelt so lang wie 150 kWh — Peak-Shaving und Frequenzhaltung im parkenden SUV.
20 Netzautos zu 200 kWh in einem Einfamilienhausgebiet: 4 MWh lokaler Speicher, ohne Gebäude, ohne Genehmigung, ohne Grundstückskauf. Dazu Elektro-Transporter im Gewerbegebiet mit 500 kWh bis 2 MWh.
100.000 solcher Autos ergeben 20 Gigawattstunden, mehr als alle heute installierten Großspeicher zusammen.
| Lücke | Stand |
|---|---|
| Regulierung | offen, wer anbieten darf: Versorger, Direktvermarkter oder ein neuer Typ Flottenbetreiber als virtuelles Kraftwerk |
| Gewicht | 200 kWh wiegen über eine Tonne, bei 300 kWh wird die 3,5-t-Grenze eng |
| Zellchemie | Festkörper/Lithium-Metall mit 500–700 Wh/kg brächten 400–600 kWh unter 2,5 t |
| Anschlussleistung | bidirektional 150 kW an jedem Stellplatz; machbar, nicht trivial |
| Verschleiß | trägt der Anbieter; schonendes Laden liegt in seinem Interesse |
Du bekommst ein Auto, das Geld verdient, wenn du es nicht benutzt. Der Anbieter bekommt ein Kraftwerk, das er nie bauen musste. Das Netz bekommt seinen Speicher, verteilt auf jede Einfahrt im Land.
Mobilität wird zum Nebenprodukt des Energiesystems. Das Auto ist nur noch die billigste Möglichkeit, eine große Batterie legal irgendwo hinzustellen.