← Alle Ideen

Chemie vom Dach

Plastik aus Luft, Wasser und Strom. Im Container, auf dem eigenen Hof.

Ein Verpackungshersteller braucht 5.000 Tonnen PE im Jahr. Heute kommen sie aus dem Cracker, mit Ölpreis, Lieferkette und fossilem Kohlenstoff. Morgen stehen Container auf seinem Gelände: Luft rein, Wasser rein, Strom vom eigenen Dach rein, Plastik raus. Der Lieferant ist gestrichen.

Die Kette

Luft-CO2 → Wasserstoff → Ethanol → Ethylen → Polyethylen.

Jede Stufe gibt es als Container. CO2-Fänger mit 500 Tonnen im Jahr. Elektrolyseur mit 2,5 Megawatt. Synthese, die heute schon Kraftstoff aus CO2 macht. Zusammengeschaltet hat sie im Kleinen noch niemand. Der Bedarf wächst, ein Container kommt dazu.

Was es kostet

37 Megawattstunden Strom je Tonne. Das ist Physik und bleibt. Bei 3,5 Cent aus der eigenen PV sind das 1.300 Euro je Tonne, der Markt zahlt 1.500. Die Anlage kommt obendrauf, und die fällt mit Stückzahl. Wie bei Solarmodulen, wie bei Batterien.

2010 kostete Solarstrom vom Dach das Fünffache vom Netzstrom. Gebaut wurde er trotzdem.

Was der Hersteller kauft

HeuteMorgen
Ölpreiseigener Strompreis
LieferketteContainer auf dem Hof
fossiler KohlenstoffKohlenstoff aus der Luft, #SafeToBurn
abgeregelter SolarstromRohstoff

Öl war gestern

Hundert Jahre lang kam der Kohlenstoff aus Bohrlöchern in fernen Ländern. Wer Plastik wollte, brauchte Tanker, Pipelines, Raffinerien und die Laune von Förderstaaten. Jede Krise dort war eine Preisliste hier.

Morgen macht jeder seine Chemie selbst. Aus Strom und Luft. Auf dem eigenen Hof, im eigenen Land, ohne jemanden zu fragen.

Und das ganze Land

Was für einen Hof gilt, gilt für ein Land. Deutschland verbraucht gut 11 Millionen Tonnen Plastik im Jahr. Aus Luft und eigenem Strom gemacht, wäre das ein zweites Stromsystem: 400 Gigawatt Solar, ein Prozent der Fläche. Groß, aber kein Import, kein Kartell, kein Tanker.

Und der Strom ist nicht weg. Ein Drittel steckt im Material und wartet. Am Ende wird recycelt, was geht, und verbrannt, was bleibt: Strom und Wärme für die zwei dunklen Wochen im Januar. Sechs Millionen Tonnen Abfall im Jahr sind rund 70 Terawattstunden im Lager. Kein Container nach Indonesien.

Kern

Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff: alles, woraus Plastik besteht, ist überall. Es fehlte nur der Strom.

Den gibt es jetzt.